Crosschecken ist das Eishockeywort des Jahres 2014.

Auszeichnungen sind unter Linguisten der Trend des 21. Jahrhunderts und die Eishockeyszene hat ihr Wort des Jahres. In den Ohren von Außenstehenden klingt „crosschecken“ eher wie eine Geheimbotschaft, dabei ist das Wort Ausdruck höchster kulinarischer Expertise. Es geht um die Kontrolle von Grillwaren und wie das Nachrichtenmagazin Schlagschuss vorab berichtet, hat der Wintersportsprachforscherverband (WSV) eben dieses zum Eishockeywort des Jahres 2014 erkoren.

Der WSV sammelt schon seit 2008 Eishockeyslang und kürt jährlich das Eishockeywort des Jahres, in Kooperation mit der IIHF sowie den Magazinen „Sorbet heute“ und „Check von hinten“. Die Insider sind regelmäßig aufgefordert, ihre Lieblingswörter einzureichen. Die 30 besten Vorschläge stehen dann auf der Homepage www.eis.de allen Internetnutzern zu Wahl. Über die 15 meistgewählten Wörter berät schließlich eine Jury aus Eishockeyverrückten und Journalisten. Nach Kriterien wie Originalität und Verbreitungsgrad bestimmen sie die ersten fünf Plätze.

In diesem Jahr hatten Trolle allerdings die Abstimmung manipuliert: Das Verb „supporten“, ein Ausdruck für Unterstützung, schaffte es im September auf Platz eins. Zuvor hatte das anarchische Webforum „2blueliners“ dazu aufgerufen, für den Funbegriff abzustimmen. Die Jury ignorierte danach das Wort, es habe „nicht die Relevanz, die das Internetvoting vermuten ließ“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die weiteren Plätze sind nicht weniger interessant: „Hau ab, hier ist besetzt!“ und „Hier herrscht Faustrecht!“ waren gestern, die wirklich eiskalten Leute sagen heutzutage „Matchstrafe“, wenn sich jemand vom Acker machen soll, was in einem Wintersportkontext selbst wiederum nie zu hören wäre.

Auch die Sprache des Mittleren Westens findet zunehmend Eingang ins Deutsche. „Rooster“ ist die drittplatzierte Wortschöpfung des Jahres. Eigentlich heißt es „Hahn“, in der Eishockeysprache hat das Wort die Bedeutung von „Iserlohner“ oder „stolzer Kampfhahn“. „Rooster“ kann aber auch auf negative Eigenschaften anspielen und heißt dann „feiges Hühnchen“ oder „halbes Hähnchen“.

Das allgegenwärtige „Eyyyy!“ schaffte es nur auf Platz vier. Und auf dem fünften Platz landete „wintergamen“ – ein neues lustiges Wort für den extremen Retrotrend bei Hardcore-Computerspielern oder Eishockeyvermarktern.

Auch „Gummibärchen“ war eingereicht worden. Den Angaben zufolge verwenden eishockeyaffine Menschen diesen Ausdruck in Anlehnung an ein beliebtes Stück Fruchtgummi als Synonym für „besonders weich und kaufreundlich“ beim Spott über einen vormaligen Serienmeister.

Spaß und Gags gab es auch in den Vorjahren: 2013 machte der Begriff „Bullen“ das Rennen, zu übersetzen, je nach Region und Verankerung in der Eishockeygeschichte, als Spieler bzw. Anhänger aus Rosenheim oder München. 2012 wählte die Jury „Dritteltourist“, eine Bezeichnung für störende Zuspätkommer und Zwischendrängler, zum Wort des Jahres.

Und zum Schluss noch mal die Top 5 im Überblick, damit jeder mitreden kann:

1. crosschecken – Zubereitungsstand des Grillguts am Imbissstand überprüfen

2. „Matchstrafe“ – bedeutet in etwa „Könnten sie vielleicht ein wenig Platz machen?“

3. „Rooster“ – Hahn (engl.) spielt auf pos. oder neg. Eigenschaften von Tieren an. Kann auch ironisch verwendet werden.

4. „Eyyyy“ – Verklausilierte Forderung nach einem Eingreifen des Schiedsrichters.

5. „wintergamen“ – Bezeichnung für den extremen Retrotrend bei Hardcore-Computerspielern oder Eishockeyvermarktern.

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