Einen schon legendären Ruf als Spielwiese der Evolution hat Australien? Doch nicht nur auf dem fünften Kontinent, auch in unseren Breiten kommen ausgefallene Lebewesen vor. Eine besonders unangenehme Spezies, die hier zunehmend Verbreitung findet, ist der Lästige Dritteltourist, eine Unterart des Gemeinen Eishockey-Touristen. Er verlässt seinen Bau besonders gerne zu Spitzenspielen, Derbys und Playoffs – in der Endphase der Saison kommt es zu regelrechten Wanderungen.

Sein herausragendes Merkmal ist seine bizarre, an Schwachsinn grenzende, Denkweise. Dazu tritt er meistens einzeln bzw. mit nur wenigen Exemplaren auf, größere Gruppen sind eher selten. Seine Gestalt ist vielfältig und durch seine Tarneigenschaft meist lokalen Gebräuchen angepasst.

Erst lange nach Einlass aktiv, taucht der Lästige Dritteltourist immer am Ende einer Drittelpause auf und glaubt Plätze einnehmen zu dürfen, die während der Unterbrechung vorübergehend verwaist waren. Zu seinem angestammten Revier zählt der Stehplatzbereich, doch auch auf Sitzplätzen ohne Platzreservierung fühlt er sich inzwischen heimisch.

Bei anderen Eishockey-Fans, ob Dauerkartenbesitzer oder einfach ausreichend früh vor dem Spiel erscheinenden Zuschauern, ist der Dritteltourist ob seiner Dreistigkeit nicht wohl gelitten, zerstört er doch bestehende soziale Gefüge und Organisationsformen.

Der Dritteltourist erwartet freundliche Aufnahme und reagiert mit gespielter Entrüstung oder ausgeprägter Einfalt auf die Ablehnung, die ihm beim Versuch der Revier-Übernahme/Inbesitznahme empfängt. Dabei betont er auch gerne mal, er und alle Anwesenden seien doch Eishockey-Fans.

Stößt sein Auftauchen auf anhaltenden Widerstand in der umgebenden Fauna, kommt es meistens zur Flucht des Parasiten. Bei psychisch labilen Exemplaren umgehend, bei standhafteren dauert es hin und wieder auch bis zur nächsten Pause oder gar bis kurz nach Spielende.

Der bisweilen so schreckhafte Lästige Dritteltourist hat eigentlich wenig zu fürchten, seine natürlichen Feinde sind lediglich die wohl sortierte Fan-Clique und der Ordner mit Durchblick. Dennoch waren alle Bestrebungen, diesen fiesen gesundheitsgefährdenden Parasiten auszurotten, bisher nicht von Erfolg gekrönt. Solange bleibt als Verhaltensweise in naher Zukunft nur das rasche Verscheuchen, bevor es zur weiteren Ausbreitung kommt.

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