Boston Bruins (1) vs
Montreal Candiens (8)
Stand der Serie: 4-0
(4:2/5:1/4:2/4:1)
Die Bruins stellten sich das erste Spiel wohl leichter vor, aber die Canadiens glichen zum 2:2 aus, bis Zdeno Chara im Powerplay seinen Schlagschuss auspackte. Das 4:2 fiel mit Torwart Carey Price auf der Bank, der 35 Schüsse parieren konnte. Nach diesem Treffer kam es zu einem kleinen Handgemenge, in dessen Verlauf Alex Kovalev den härtesten Kampf liefern musste, als ein Fan seinen Stock durch ein Loch in der Bande stehlen wollte. Dieser Vergleich endete mit einem Unentschieden.
Im zweiten Spiel sorgten drei Powerplaytore in nur fünf Überzahlspielen für die Entscheidung, die Bruins müssen allerdings künftig auf Matt Hunwick verzichten, der mit einem Milzriss weiterspielte, mittlerweile aber erfolgreich operiert wurde. Milan Lucic erhielt eine Matchstrafe wegen eines Crosschecks gegen den Kopf von Lapierre und wurde für ein Spiel gesperrt. Beide Teams gaben 31 Schüsse ab, Carey Price erwischte aber keinen guten Tag und wurde im letzten Drittel durch Jaroslav Halak ersetzt.
Ohne die verletzten Mathieu Schneider und Alex Tanguay konnten die Canadiens in Spiel 3 zwar in Führung gehen, doch die Bruins ließen sich nicht irritieren und gingen mit einer 3:2-Führung in das letzte Drittel. Der letzte Treffer ins verwaiste Tor besiegelte die dritte Niederlage im dritten Spiel.
Nach 39 Sekunden schoss Kostitsyn das erste und einzige Tor für Montreal in Spiel 4. Boston konterte mit vier Treffern und zieht nach einer eindeutigen Serie in Conference-Halbfinale ein. Die Canadiens konnten in ihrer Jubiläumssaison den Bruins nichts entgegensetzen und sahen sich einem unzufriedenen ausverkauften Bell Centre gegenüber.
Washington Capitals (2) vs
New York Rangers (7)
Stand der Serie: 4-3
(3:4/0:1/4:0/1:2/4:0/5:3/2:1)
Der erste Vergleich der Torhüter geht klar an Henrik Ludqvist, der 32 Schüsse abwehren konnte und mit seinen Rangers beim Gewinner der Southeast Division gewann. In Washington macht man sich Sorgen um Jose Theodore, der nur 17 Schüsse halten konnte. Coach Bruce Boudreau hat allerdings nur Rookie Simeon Varlamov als Alternative auf der Bank, und dieser kann lediglich sechs NHL-Spiele vorweisen.
Das gleiche Bild im zweiten Spiel: Lundqvist wehrte 35 Schüsse ab und konnte seinen fünften Shutout in Playoffs feiern. Ein frühes Tor von Brandon Dubinsky reichte zum Sieg. Washington vertraute auf die Fähigkeiten des unerfahrenen Varlamov, der 23 Saves zeigte und Theodore gut vertrat. Die Offensive der Caps musste viele Schüsse aus schlechten Positionen abgeben und konnte den Schweden im Tor nicht überwinden. So langsam müssen Semin und Ovechkin in Fahrt kommen, sonst finden sie sich in ein paar Tagen in der Schweiz wieder…
Der 20jährige Varlamov könnte sich als die Entdeckung der Playoffs und der Schachzug dieser Serie entpuppen. Alle 33 Schüsse konnte er in Spiel 3 entschärfen, ließ sich auch durch Sean Avery nicht aus der Ruhe bringen und zusätzlich traf die Offensive der Capitals gegen Lundqvist gleich viermal. Semin und Bäckström sammelten je drei Punkte.
Lundqvist, immer wieder Lundqvist: Der Schwede dürfte mittlerweile für Alpträume bei den Capitals sorgen, konnte er doch auch in der vierten Begegnung 38 Schüsse stoppen und sechs Powerplays entschärfen. Da genügten auch nur zwei Tore der Rangers durch Mara und Drury zum Sieg. Der Anschluss durch Ovechkin und einige Überzahlmöglichkeiten, die durch unnötige Aktionen eines gewissen Sean Avery entstanden, hätten den Ausgleich ermöglichen können, aber im Tor stand … siehe oben.
Simeon Varlamov konnte im fünften Spiel seinen zweiten Shut-Out verbuchen und bestätigt den Trend, dass diese Serie vor allem durch die Torhüter entschieden wird. Lundqvist dagegen wirkte unglücklich und ließ sich zum letzten Drittel nach 14 Schüssen und vier Toren auswechseln. Rangers-Trainer Tortorella hatte eine Auseinandersetzung mit Fans hinter der Spielerbank, wobei der Auslöser (Wasserflasche? Bierbecher?) unklar blieb. Ironie dieser Geschichte: Sean Avery saß aufgrund seiner undisziplinierten Aktionen in den Spielen 3 und 4 nicht einmal auf der Bank. Glück gehabt, Capitals-Fans! Mittlerweile wurde Tortorella von der NHL für ein Spiel gesperrt. Unnötig zu erwähnen, dass Ovechkin wieder einmal ein Tor erzielte, das wir in den nächsten Tagen in jedem Zusammenschnitt sehen werden.
Die Capitals erzwingen durch den Sieg im sechsten Match das Entscheidungsspiel. Zum zweiten Mal hintereinander absolvierte Lundqvist nur 40 Minuten, in denen er fünf Tore bei 20 Schüssen zulassen musste. Tom Poti, Verteidiger der Capitals, konnte ein Tor und drei Vorlagen liefern. Donald Brashear wurde von der NHL mit sechs Spielen Sperre bestraft, fünf davon für diesen Check weit abseits des Spielgeschehens. Bereits vor dem Spiel suchte der bad guy Kontakt zu Colton Orr und wurde daher mit einem Spiel Sperre belangt.
Sergej Fedorov entschied das siebte Spiel mit seinem Tor fünf Minuten vor Ende. Zuvor hatten die Rangers die Partie im Griff, ohne mehr als das Tor von Antropov erzielt zu haben. Semin konnte ausgleichen, und im letzten Drittel dominierten die Capitals das Spiel. Trotz eines 1:3-Spielrückstands konnte Washington damit diese Serie für sich entscheiden und trifft nun auf die Penguins aus Pittsburgh.
New Jersey Devils (3) vs
Carolina Hurricanes (6)
Stand der Serie: 3-4
(4:1/1:2 n.V./3:2 n.V./3:4/1:0/0:4/3:4)
Zach Parise und Jamie Langenbrunner sammelten je ein Tor und ein Assist beim 4:1-Sieg im ersten Match. Hätte Carolinas Torwart Cam Ward nicht 34 Saves gezeigt, hätte die Niederlage wohl höher ausfallen können. Sein Gegenüber Martin Brodeur konnte 18 Schüsse abwehren und war nur 11 Minuten von einem Shutout entfernt.
Die Serie konnten die Hurricanes in Spiel 2 durch ein Tor von Tim Gleason wieder ausgleichen. Carolina schaffte es, in der Verlängerung die Defensive der Devils unter Druck zu setzen, die Schussbilanz von 5:0 in 2:40 Minuten ist Beweis genug.
Es scheint die Serie der Verlängerungen zu werden, im dritten Spiel hatten die Devils aber das glücklichere Ende für sich. Zajac erzielte nach knapp fünf Minuten den entscheidenden Treffer.
Nach zwei Spielen Pause stand Dennis Seidenberg bei den Hurricanes in Match 4 wieder im Kader und trug wesentlich zum dramatischen Sieg bei: Nach seinem Assist zum 1:0 wurde sein Schlagschuss von Jokinen 0,2 Sekunden vor Spielende ins Tor abgefälscht. Zuvor hatte Carolina 3:0 geführt, scheiterte aber immer wieder an Brodeur, so dass New Jersey im letzten Drittel ausgleichen konnte. Doch zu einer dritten Verlängerung in dieser Serie sollte es nicht mehr kommen.
Martin Brodeur hat es geschafft: Mit seinem 23. Shutout in den Playoffs kann er mit Patrick Roy gleichziehen, zudem übernimmt New Jersey wieder die Führung in dieser Serie mit zwei Teams auf Augenhöhe. Das goldene Tor erzielte Clarkson im zweiten Drittel. Carolina antwortete mit enormen Druck auf das Tor von Brodeur, der aber alle 44 Schüsse abwehren konnte. Sein Gegenüber, Cam Ward, machte es nicht viel schlecher und hielt 41 Schüsse, musste aber einen passieren lassen.
Whitney (vier Punkte) und Eric Staal (drei Punkte) waren die Matchwinner in der sechsten Begegnung, mit der die Hurricanes Spiel 7 erzwingen konnten. Der Doppelschlag durch Staal innerhalb von drei Minuten im zweiten Drittel entschied das Spiel, Carolina gelang beim 4:0 sogar etwas Seltenes – ein Tor in Überzahl, das zweite erst in dieser Serie.
Wieder entscheiden zwei Tore in schneller Folge das Spiel und damit die Serie. Bis 80 Sekunden vor Schluss sehen die Devils wie der sichere Sieger aus, als Jussi Jokinen den Ausgleich erzielt. Nur 48 Sekunden später kann Eric Staal Brodeur erneut überwinden, der in der Schlussphase für einen sechsten Feldspieler das Netz räumt – zu spät. New Jersey scheitert trotz einer 3:2-Führung nach Spielen an den Carolina Hurricanes, die es nun mit den Boston Bruins aufnehmen müssen.
Pittsburgh Penguins (4) vs
Philadelphia Flyers (5)
Stand der Serie: 4-2
(4:1/3:2 n.V./3:6/3:1/0:3/5:3)
In der “Battle of Pennsylvania” zeigten die Penguins direkt im ersten Spiel, wer Herr im Haus ist und gewannen klar. Unnötige Strafzeiten und individuelle Fehler der Flyers erleichterten diese Aufgabe wesentlich. A propos unnötig: Daniel Carcillo von den Flyers wurde für den Einsatz seines Stockendes gegen Maxim Talbot für ein Spiel gesperrt.
Die Entscheidung im zweiten Spiel fiel erst in der Verlängerung, als Bill Guerin eine doppelte Überzahl(!) nutzen konnte. Zuvor lag Philadelphia zweimal in Führung, musste aber stets den Ausgleich hinnehmen. Marc-Andre Fleury zeigte in diesem Spiel eine Kandidatur für den “Save des Jahres”.
Auf eigenem Eis dominierten die Flyers das dritte Match und konnten jedes Drittel mit 2:1 für sich entscheiden. Die Penguins um den zweifachen Torschützen Malkin konnten zum 2:2 ausgleichen, doch der Shorthander von Simon Gagne, der ebenfalls zwei Tore erzielte, bedeutete die Vorentscheidung.
Fleury war der entscheidende Mann auf dem Eis in Philadelphia in der vierten Begegnung: 45 Schüsse konnte der Goalie entschärfen und entschied nahezu im Alleingang ein Spiel, in dem die Penguins weniger Schüsse und weniger Torchancen hatten sowie fast 12 Minuten in Unterzahl spielen mussten. Pittsburgh rettete die 2:1-Führung bis in die Schlussphase und konnte das 3:1 ins leere Tor der Flyers erzielen.
Die Serie geht zurück nach Philadelphia, da die Penguins im fünften Spiel den Matchball nicht verwerten konnten. Fleury bekam nur 28 Schüsse auf sein Tor und hielt den Kasten sauber, vorne trafen Asham, Giroux und Knuble zum klaren Sieg der Flyers.
Wer in einem sechsten Spiel einen 0:3-Rückstand auf fremden Eis aufholen und mit 5:3 den Sieg nach Hause schaukeln kann, ist verdient eine Runde weiter. Als zu Beginn des zweiten Drittels Briere das 3:0 erzielte, dachten wohl viele bereits an das mögliche entscheidende siebte Spiel. Die Penguins waren indessen mit Toreschießen beschäftigt und kamen innerhalb von zwei Minuten auf 3:2 heran. Zweimal Crosby und einmal Gonchar festigten den vierten Sieg in dieser Serie.








on Apr 19th, 2009 at 14:11
Also die Serie Washington vs. New York hätte ich wirklich nicht so vermutet. Und wenn Herr Fleury in Pittsburgh so weitermacht, Malkin seinen Hauptrunden-Schnitt halten kann und Billy Guerin in den Playoffs so weitermacht, dann kann es weit gehen für die Penguins…
on Apr 19th, 2009 at 14:42
Ja, was ist mit der Offensive in Washington los? Zusätzlich haben die Caps ein Torhüterproblem, so dass man langsam aufpassen muss, nicht gesweept zu werden…