Boston Bruins (1) vs
Carolina Hurricanes (6)
Stand der Serie: 3-4
(4:1/0:3/2:3 n.V./1:4/4:0/4:2/2:3 n.V.)
Die alte und in den Playoffs immer wieder erscheinende Frage, ob Erholung oder Spielrhythmus wichtiger sind, beantworten die Bruins mit einem klaren 4:1 nach neun Tagen Pause. Die Hurricanes, die die Devils in einem dramatischen siebten Spiel in den Urlaub schickten, brachten zwar 27 Schüsse auf das Tor von Tim Thomas, wurden aber immer wieder zu Fehlern gezwungen.
Cam Ward zeigte in Spiel 2 36 Saves und konnte damit seinen fünften Shutout in den Playoffs verbuchen. Gleichzeitig war dies die erste Niederlage der Bruins in diesen Playoffs und die Serie geht ausgeglichen nach Carolina. Corvo und Cullen per Shorthander sorgten für die 2:0-Führung, Eric Staal traf ins von Tim Thomas verlassene Tor. Drei Sekunden vor Ende des zweiten Drittels sorgte ein kurioser Schuss von Chad LaRose für Diskussionen – auch nach langer Analyse des Videos wurde das Tor nicht gegeben. Die Entscheidung war zwar nicht spielentscheidend, meiner Meinung nach war dies aber ein klarer Treffer:
Die Hurricanes dominierten die dritte Partie, führten im Schussverhältnis klar mit 41:23 und hatten in der Overtime zudem das glücklichere Ende für sich. Jussi Jokinen, der Neuzugang von den Tampa Bay Lightning, erzielte nach 2:48 Minuten in der Verlängerung den entscheidenden Teffer.
Jokinen konnte auch im vierten Match das game winning goal markieren und damit den Hurricanes eine 3:1-Führung in der Serie verschaffen. Entscheidend war der Doppelschlag innerhalb von 70 Sekunden von Samsonov und Eric Staal, der zwei Tore erzielte.
Die Bruins können das Aus im fünften Spiel verhindern und gewinnen klar mit 4:0. Nach drei Niederlagen in Folge entdeckte Boston das körperlich harte Spiel neu -insgesamt wurden 83 Strafminuten verhängt- und dominierte damit die Hurricanes. Phil Kessel erzielte zwei Treffer und war neben Tim Thomas, der einen Shutout erreichte, der Matchwinner. Die Spiele werden zunehmend unfairer geführt, wie dieser Stockschlag von Jokinen an Chara oder der Schlag von Scott Walker an Aaron Ward zeigen. Auf die Schiedsrichter wird eine Menge Arbeit zukommen…
Mit einem Kraftakt und zwei frühen Toren in Raleigh erzwingt Boston das siebte Spiel. Unerwartet fair ging es in Match 6 zu, lediglich 10 Strafminuten sammelten beide Teams. Tim Thomas im Tor der Bruins bekam deutlich mehr zu tun als sein Gegenüber Cam Ward, den Hurricanes fehlte aber das Glück beim Abschluß, wie es immer so lapidar heißt.
Enger kann eine Serie wohl nicht mehr werden: Die Verlängerung in Spiel 7 musste über den Gewinner entscheiden und wie im Viertelfinale hieß dieser Carolina Hurricanes. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen, auch die Schussbilanz (36:37) war ausgeglichen. In der Overtime entwickelte sich das, was man ein “munteres Spielchen” nennt mit Chancen auf beiden Seiten, bis 74 Sekunden vor dem Ende Scott Walker die Fans in Boston schlagartig verstummen ließ.
Washington Capitals (2) vs
Pittsburgh Penguins (4)
Stand der Serie: 3-4
(3:2/4:3/2:3 n.V./3:5/3:4 n.V./5:4 n.V./2:6)
Simeon Varlamov scheint auch in dieser Serie der entscheidende Mann zu werden: Mit seinen 34 Saves rettete er den Sieg im ersten Spiel, das nur der Auftakt zum Duell Ovechkin gegen Crosby werden sollte. Crosby konnte zwar ein Tor erzielen, aber die Rettungstat von Varlamov nach seinem Schuss beim Stand von 2:2 dürfte bis jetzt der Save der Playoffs gewesen sein. Thomas Fleischmann erzielte im letzten Drittel das vielumjubelte 3:2. (Nein, das ist kein deutscher Spieler!)
In der zweiten Begegnung wurde es der von den Fans und vor allem den Medien erwartete Zweikampf Ovechkin vs Crosby. Beide erreichten einen Hattrick, der Russe konnte aber das entscheidende Tor fünf Minuten vor dem Ende erzielen. Crosby vollendete seinen Hattrick zum Endstand 31 Sekunden vor Schluss und führt im Duell mit 8 Toren und 4 Assists mit einem Punkt vor Ovechkin. Der junge Goalie Varlamov zeigte erneut eine außerordentliche Leistung und hielt seinen Kasten auch bei einer 3:5-Unterzahlsituation sauber. Im Sinne aller Eishockeyfans kann man nur hoffen, dass diese Serie über sieben Spiele geht.
Die Penguins konnten ihr erstes Heimspiel mit 3:2 in der Verlängerung gewinnen und zudem Evgeni Malkin begrüßen, der in den ersten Spielen eher blass blieb. Sein Überzahltor fünf Minuten vor Spielende schien bereits der Siegtreffer gewesen zu sein, aber Washingtons Bäckström schlug ebenfalls im Powerplay bei 58:10 Minuten zu und schickte das Spiel in die Overtime. Diese dauerte nur 11:23 Minuten, bis Kris Letang das wichtige Tor zum Anschluss der Serie erzielen konnte.
In Match Vier gleichen die Penguins die Serie aus. Mit einem Varlamov in Normalform war für die Capitals in der Mellon Arena nichts zu holen. Der 21jährige Russe musste das 3:1 auf seine Kappe nehmen, als ihm der Puck über die Fanghand rutschte. Jurcina schoss in Unterzahl den Anschlusstreffer zum 4:3, doch Talbot beruhigte die Penguinsfans mit seinem Treffer knapp fünf Minuten vor Schluss.
Diskussionen gab es über einen harten Check von Alex Ovechkin, der Sergej Gonchar außer Gefecht setzte. Fans der Penguins werfen dem Russen einen absichtlichen Kniecheck vor, für den lediglich zwei Strafminuten verhängt worden waren. Die NHL ließ mittlerweile verlauten, dass es keine zusätzliche Strafe geben wird, obwohl Gonchar für den Rest der Saison auszufallen droht.
Die Penguins gewinnen das dritte Spiel in Folge und können nun zuhause den Einzug in das Conference Finale perfekt machen. Evgeni Malkin erzielte den Siegtreffer nach 3:28 Minuten in der ersten Verlängerung. Ovechkin konnte zweimal ausgleichen, doch der Sieg der Penguins war bei einem Schussverhältnis von 42:31 nicht unverdient.
Wieder einmal geht eine Partie in die Verlängerung, diesmal hatten die Capitals das bessere Ende für sich, da David Steckel nach 6:22 Andre Fleury überwand. Zuvor sahen die Zuschauer ein Spiel mit vielen Wechseln der Führung und Superstars in Spiellaune. Ovechkin sammelte drei Assists, Crosby zwei Punkte und Viktor Kozlov erzielte zwei Tore. Damit kommt es zum siebten und entscheidenden Spiel dieser Serie, die bereits jetzt alle Erwartungen übertroffen hat.
Als die Hälfte des Spiels Nummer Sieben vorüber war, stand es 5:0 für die Penguins in Washington, der junge Torhüter Varlamov hatte Minuten zuvor entnervt das Eis verlassen. Die Dramatik und Spannung, die dieses Aufeinandertreffen so einzigartig machte, war vorbei. Das von den Medien provozierte Duell Ovechkin vs Crosby entschied zwar der Russe mit 14 zu 13 Punkten für sich, aber Crosby und Co spielen zum zweiten Mal in Folge in den Conference Finals.




on Mai 3rd, 2009 at 15:19
Und ich sag zu meinem Chef (Caps-Fan) gestern noch, dass Washington keine Chance haben wird mit ihren beiden Goalies :-(
on Mai 3rd, 2009 at 16:50
Solange du nicht um Geld wettest… Aber irgendwie erinnert mich das an Carolina, die ebenfalls mit einem unbekannten Torhüter, der sich von Spiel zu Spiel steigerte, erfolgreiche Playoffs spielten. Diese endeten wo? ;-)
on Mai 5th, 2009 at 09:39
Ich nehme wirklich alles zurück. Was Varlamov da gestern wieder gefischt hat, ist wirklich nicht mehr normal…