Bin ich froh, kein Geld auf NHL-Spiele gesetzt zu haben. Zum ersten Mal seit Einführung der Conference-Playoffs trifft der Siebte auf den Achten. Beide Teams zeigten im bisherigen Verlauf herausragende Comeback-Qualitäten: Die Canadiens gewannen ihre Serie gegen die Washington Capitals nach einem 1:3-Rückstand, die Flyers schockierten die Boston Bruins, indem sie nach drei verlorenen Begegnungen vier Spiele in Folge gewannen. Der Gemeinsamkeiten nicht genug, qualifizierten sich beide Mannschaften erst ganz zum Schluss der regulären Saison für die Playoffs – beide mit 88 Punkten.

Philadelphia Flyers (7) vs Montreal Canadiens (8)
Stand der Serie: 4-1
(6:0/3:0/1:5/3:0/4:2)
So deutlich wie das Ergebnis aussieht, gestaltete sich das erste Spiel nicht. Die Canadiens brachten mit 28 Schüssen sogar drei mehr auf das Tor des Gegners, aber Jaroslav Halak erwischte keinen guten Tag und hielt nur 10 von 14 Schüssen. Ersatztorhüter Carey Price musste ebenfalls zweimal hinter sich schauen. Die Flyers trafen zweimal im Powerplay und konnten sechs verschiedene Torschützen in ihre Statistik eintragen. Aber wir erinnern uns: Auch im Halbfinale verlor Montreal das erste Spiel deutlich und kam umso besser in die Serie, je länger diese dauerte…
Der zweite Shutout von Michael Leighton in der zweiten Partie bedeutet eine 2:0-Führung der Flyers, bevor es nach Montreal geht. Daniel Briere, Simon Gagne -beide in Überzahl- und Ville Leino waren die einzigen Torschützen des Spiels. Beim 3:0 sah der zuvor hochgelobte Jaroslav Halak eher unglücklich aus. Nun sollten die Canadiens vor eigenem Publikum diese zwei Spiele möglichst schnell vergessen.
Den Fluch von zwei Spielen ohne Torerfolg konnte Montreal in der dritten Begegnung erfolgreich beenden. Der unvermeidliche Mike Cammalleri brach den Bann, weiterhin trugen sich Tom Pyatt, Dominic Moore, Brian Gionta und Marc-Andre Bergeron in die Torschützenliste ein. Alleine Simon Gagne konnte zwischendurch mal zum 1:4 treffen. Die Heimstärke der Canadiens zahlt sich wohl auch in dieser Serie aus.
So kann man sich irren – die Flyers holen dank des dritten Shutouts von Michael Leighton in dieser Serie die 3:1-Führung. Effektiv wurden die Canadiens vom Tor ferngehalten, so dass Leighton nur 17 Schüsse abwehren musste. Bereits im ersten Drittel musste Verteidiger Hal Gill für Jaroslav Halak auf der Torlinie retten, aber im zweiten Drittel trafen dann Claude Giroux und Ville Leino und kurz vor Ende erzielte erneut Giroux das 3:0 ins leere Tor. Ob Montreal erneut ein spektakuläres Comeback gelingt?
Im fünften Spiel ist diese Serie entschieden. Philadelphia nutzt den Heimvorteil und zieht neben den Blackhawks ins Stanley Cup-Finale ein. Es begann gut für die Canadiens, als Brian Gionta das 1:0 erzielte, doch wenig später nutzte Mike Richards einen Fehler von Jaroslav Halak, der aus dem Tor rannte, den Puck aber nicht erreichen konnte. Noch frustrierender war der Doppelschlag der Flyers innerhalb von 84 Sekunden, zuerst durch Arron Asham, dann durch ein Eigentor, das Jeff Carter zugesprochen wurde. Der Anschlusstreffer von Scott Gomez ließ die Hoffnung nur bis zum empty net-goal von Carter bestehen. Damit stehen die Flyers seit 1997 erstmals im Finale. Mike Richards zeigte im Gegensatz zu Jonathan Toews etwas mehr Mut und nahm die Prince of Wales-Trophy in Empfang.

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